Über MABA
MABA Ceramic Studio - handgemachte Keramik aus Wentorf bei Hamburg
Ich bin Madlen – und was ich nicht sagen kann, forme ich mit Ton.
In mir lebt eine Unruhe. Sie begleitet mich schon mein ganzes Leben. Sie ist leise, aber unaufhörlich – ein inneres Vibrieren, das mich selten wirklich zur Ruhe kommen lässt.
Ich habe gelernt, damit zu leben. Doch ich habe auch etwas gefunden, das mich für einen Moment davon befreit: Ton.
Wenn meine Hände in den Ton greifen, wird es stiller in mir. Die Welt verlangsamt sich. Ich bin nicht mehr zerrissen und nicht mehr getrieben. Für diesen Moment bin ich einfach ganz da.
Ich brauche das. Nicht nur als Hobby und nicht als Ablenkung, sondern als Sprache. Als Verbindung und als Möglichkeit, etwas auszudrücken, das sich in mir nicht immer in Worte fassen lässt.
Ich habe mir das Töpfern selbst beigebracht. Kein Studium, kein Meistertitel und kein fester Lehrplan. Nur Neugier, Gefühl, Scheitern, Wiederholen und Weitermachen.
Meine Werkstatt ist mein Lernraum. Meine Fehler sind meine Lehrer. Ich nehme Ton in die Hand und lerne dabei immer wieder etwas über das Material – und auch über mich selbst.
Ich drehe an der Scheibe, baue mit der Hand auf und lasse Formen entstehen. Einige meiner Arbeiten beginnen mit einer klaren Vorstellung. Andere entwickeln sich erst während des Arbeitens. Manchmal verwerfe ich eine Idee wieder, weil sie sich nicht richtig anfühlt. Dann fange ich neu an oder lasse mich von dem leiten, was der Ton vorgibt.
Manche Stücke entstehen als kleine Serie, andere nur ein einziges Mal. Gemeinsam haben sie, dass jedes von ihnen durch meine Hände gegangen ist. Keines entsteht vollkommen gleich, selbst wenn die ursprüngliche Idee dieselbe war.
Es gelingt mir nicht immer, sofort das zu formen, was ich vor mir sehe oder in mir spüre. Manchmal wird eine Form zu schwer, eine Linie zu unruhig oder eine Glasur ganz anders als erwartet. Dann ist sie wieder da, diese Ungeduld. Aber sie hält mich nicht auf. Oft bringt sie mich dazu, noch einmal hinzusehen und weiterzumachen.
Bis ich irgendwann spüre: Jetzt ist es rund. Jetzt darf es so sein, wie es ist.
Ich liebe das Imperfekte, weil es ehrlich und lebendig ist. Weil es dem Leben näher ist als jedes glatt geschliffene Ideal.
Eine leicht asymmetrische Wölbung, eine sichtbare Bewegung in der Oberfläche oder ein rauer Übergang sind für mich nicht einfach Makel. Es sind Spuren der Entstehung. Zeichen dafür, dass etwas mit Hingabe gefertigt wurde – von Hand, von einem echten Menschen und in einer echten Zeit.
Im MABA Ceramic Studio in Wentorf bei Hamburg entstehen vor allem Vasen, Kerzenhalter und Räucherschalen. Aber meine Arbeiten folgen keiner festen Stilrichtung, weil auch ich nicht jeden Tag dasselbe brauche.
Manchmal suche ich Ruhe in klaren Formen, sanften Farben und natürlichen Oberflächen. An anderen Tagen darf es lebendiger, kräftiger oder rauer werden. Dann entstehen auffällige Glasuren, Muster oder Formen mit einer ganz anderen Wirkung.
Ich fühle mich besonders von der japanischen Schlichtheit und der skandinavischen Wärme angezogen. Doch Japandi ist für mich keine Vorgabe, an die ich mich halten muss. Es ist ein Einfluss, der in manchen meiner Arbeiten stärker sichtbar wird und in anderen kaum.
Mein Stil entsteht aus dem, was mich im jeweiligen Moment bewegt. Deshalb darf er sich verändern – genau wie ich.
Ich arbeite mit unterschiedlichen Tonarten, Glasuren und Brennverfahren. Dabei entscheide ich nicht nur nach Regeln. Ich entscheide mit dem Blick, mit der Hand und oft auch mit dem Bauch. Nicht alles lässt sich vorher planen, und genau darin liegt für mich ein Teil der Faszination.
Ton hat seinen eigenen Willen. Glasuren verändern sich im Feuer. Farben laufen zusammen, Oberflächen reagieren und manchmal entsteht etwas völlig anderes als das, was ich erwartet hatte. Nicht jedes Ergebnis gefällt mir. Aber manchmal liegt gerade in dieser Abweichung etwas, das ich selbst nicht hätte planen können.
Meine Arbeiten sind für Menschen, die in der Stille etwas finden. Für Menschen, die das Unvollkommene nicht sofort als Fehler betrachten und den Dingen erlauben, ihre eigene Geschichte zu tragen.
Was ich heute tue, war nicht von Anfang an geplant. Es ist mit mir gewachsen. Ich forme Ton – aber eigentlich forme ich dabei auch immer wieder mich selbst.
Und manchmal entsteht etwas, das bleiben darf. Etwas, das meine Hände verlässt und an einem anderen Ort ein neues Zuhause findet.
Etwas, das zwischen Menschen wandert: von meinem Tisch in deinen Raum.
Ich bin Madlen. Ich bin MABA. Und du bist willkommen.

