Keramik brennen zu Hause: Meine Erfahrungen und Brennkurve für Anfänger

Mein Weg vom ersten Töpferkurs zum eigenen Ofen
Mein erster Töpferkurs dauerte zwei Stunden. Mehr war es zunächst nicht. Ich durfte modellieren und kurz an die Töpferscheibe. Ein oder zwei Wochen später ging ich noch einmal zum Glasieren dorthin.
Danach töpferte ich zu Hause weiter. Meine Stücke brachte ich zum Brennen dorthin und glasierte zunächst ebenfalls dort. Ich hatte also keinen eigenen Ofen und auch keinen festen Plan, wohin mich das Töpfern einmal führen würde. Ich wollte einfach weitermachen.
Die ersten Begriffe, die ich nur nebenbei hörte
Beim Glasieren waren auch andere Menschen dabei, die schon länger töpferten. Während wir arbeiteten, unterhielten sie sich über Ton und Glasuren. Ich hörte zu und schnappte dabei einzelne Begriffe auf.
So hörte ich zum ersten Mal die Begriffe Hochbrand und Niedrigbrand. Wenn ich etwas nicht verstand, fragte ich nach. Mir wurde erklärt, dass manche Glasuren bei niedrigeren Temperaturen gebrannt werden und andere für höhere Temperaturen geeignet sind. Das klang zunächst noch überschaubar. Von der Sintertemperatur des Tons und den vielen Zusammenhängen wusste ich damals noch nichts.
Wenn ich zu Hause war, schaute ich einzelne Begriffe, die ich gehört hatte, im Internet nach. Meine Recherche begann mit Hochbrand und Niedrigbrand und mit der Frage, warum sich nicht jede Glasur auf jedem Ton gleich verhält. Nach und nach begegneten mir dabei weitere Begriffe rund um Ton und Brennen.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keinen eigenen Ofen. Ich konnte das Gelernte also noch nicht selbst ausprobieren. Ich wollte zunächst verstehen, worüber die anderen sprachen und was die Angaben auf den Produkten bedeuteten. Je mehr ich las, desto deutlicher wurde mir, dass hinter dem Brennen sehr viel mehr steckt, als ich anfangs gedacht hatte.
Die ersten Fachbegriffe die ich nur nebenbei hörte
Beim Glasieren waren auch andere Personen dabei, die schon länger töpferten. Während wir arbeiteten, unterhielten sie sich über Ton und Glasuren. Ich hörte zu und schnappte dabei einzelne Begriffe auf.
So hörte ich zum ersten Mal die Begriffe Hochbrand und Niedrigbrand. Wenn ich etwas nicht verstand, fragte ich nach. Mir wurde erklärt, dass manche Glasuren bei niedrigeren Temperaturen gebrannt werden und andere für höhere Temperaturen geeignet sind. Das klang zunächst noch überschaubar. Von der Sintertemperatur des Tons und den vielen Zusammenhängen wusste ich damals noch nichts.
Wenn ich zu Hause war, schaute ich einzelne Begriffe, die ich gehört hatte, im Internet nach. Meine Recherche begann mit Hochbrand und Niedrigbrand und mit der Frage, warum sich nicht jede Glasur auf jedem Ton gleich verhält. Nach und nach begegneten mir dabei weitere Begriffe rund um Ton und Brennen.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keinen eigenen Ofen. Ich konnte das Gelernte also noch nicht selbst ausprobieren. Ich wollte zunächst verstehen, worüber die anderen sprachen und was die Angaben auf den Produkten bedeuteten. Je mehr ich las, desto deutlicher wurde mir, dass hinter dem Brennen sehr viel mehr steckt, als ich anfangs gedacht hatte.
Warum ich einen eigenen Brennofen wollte
Mit der Zeit wurde es immer unpraktischer, meine Keramik zum Brennen wegzubringen. Ich wollte unabhängiger arbeiten, meine Stücke selbst brennen und besser verstehen, was im Ofen passiert.
Deshalb habe ich mich für einen Nabertherm-Elektrobrennofen mit 60 Litern und 3,4 kW entschieden. Der Ofen hat mir nicht plötzlich alle Antworten gegeben. Aber ich konnte von da an meine eigenen Erfahrungen sammeln und die Ergebnisse direkt miteinander vergleichen.
Heute brenne ich überwiegend im Hochbrandbereich. Trotzdem starte ich keinen Brand einfach nebenbei. Vorher prüfe ich jedes Werkstück und überlege, welches Programm zu dem verwendeten Ton und der Glasur passt.
Was ich durch meine ersten Brände gelernt habe
Mit dem eigenen Ofen begann für mich der Teil, in dem ich durch eigene Brände, Beobachtungen und Fehler nach und nach verstand, was hinter den vielen Begriffen steckt.
Ein Beispiel war ein Glasurbrand mit einem schwarzen, früh sinternden Ton. Nach dem Brand hatte die Glasur Blasen. Ich wollte wissen, warum das passiert war, und begann wieder zu recherchieren. Ich fand verschiedene mögliche Ursachen. Irgendwann las ich über das spätere Ausgasen dunkler Tone. Solche Tone können auch in einem späteren Bereich des Brandes noch Gase abgeben. Das kann eine mögliche Ursache für Blasen oder Nadelstiche in der Glasur sein.
Ich lernte, dass man bei solchen Tonen mit einem langsameren Aufheizen versuchen kann, das Problem zu verringern. Ob das tatsächlich hilft, muss man am eigenen Ton, an der Glasur und im eigenen Ofen ausprobieren. Eine sichere Lösung für jedes Werkstück gibt es nicht.
Genau so habe ich mir vieles erarbeitet: beim Machen, beim Beobachten und manchmal durch einen Fehler. Ich habe den Beruf nicht klassisch erlernt. Deshalb musste ich vieles selbst herausfinden, nachlesen und immer wieder testen.
Für mich ist Töpfern dadurch längst mehr als ein Hobby oder ein Geschäft. Es ist Neugier und Faszination. Ich kenne nichts, das so umfangreich, abwechslungsreich und lehrreich ist wie das Arbeiten mit Ton.
Der Moment, in dem ich die Keramik loslassen muss
Beim Töpfern kann ich jederzeit etwas verändern. Ich kann eine Form glätten, eine Kante bearbeiten oder mich entscheiden, noch einmal neu anzufangen.
Beim Brennen ist das anders. Wenn der Ofen geschlossen ist und das Programm läuft, kann ich nicht mehr eingreifen. Dann muss ich darauf vertrauen, dass der Ton trocken genug war, dass die Stücke richtig eingeräumt sind und dass die Brennkurve zu den Materialien passt.
Ein Brand dauert viele Stunden. Danach braucht der Ofen noch eine lange Abkühlzeit. Bei mir vergehen oft ungefähr zwei Tage, bis ich den Ofen öffnen und sehen kann, wie die Keramik geworden ist. In dieser Zeit kann ich nichts beschleunigen. Ich kann nur warten.
Mein Ritual vor dem Brand
Rund um das Arbeiten mit Feuer gibt es viele persönliche Rituale. In verschiedenen Töpfertraditionen gibt es zum Beispiel Ofenfiguren oder sogenannte Ofengötter. Manche Menschen nehmen sich vor dem Start bewusst Zeit, schauen noch einmal nach ihren Werkstücken oder bedanken sich auf ihre eigene Weise für das Feuer.
Bei mir ist dieser Begleiter meine Möwe Anton. Ich habe Anton selbst getöpfert und im Raku-Brand vollendet. Sein Name ist ein kleines Wortspiel: AN TON. Vor jedem Brand ist Anton dabei und wacht über den Ofen.
Natürlich ersetzt Anton keine Kontrolle. Ich prüfe vor dem Start: Ist der Ton trocken? Ist der Boden frei von Glasur? Stehen die Stücke sicher? Stimmt das Programm?
Dann schließe ich den Ofen und drücke auf Start.
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ANTON wacht über meinen Brand.
Der fachliche Teil: Was beim Brennen wichtig ist
Grünware, Scherben, Schrühbrand und Glattbrand
Grünware ist die getrocknete, noch ungebrannte Keramik. Nach dem ersten Brand nennt man den gebrannten Tonkörper Scherben.
Der erste Brand ohne Glasur heißt Schrühbrand. Danach kann die Keramik glasiert werden. Der folgende Brand heißt Glasurbrand oder Glattbrand – beide Begriffe sind üblich.
Eine Brennkurve besteht aus mehreren Segmenten. Jedes Segment legt fest, wie schnell der Ofen aufheizt und bis zu welcher Temperatur. Bei Glasuren findet man neben Grad Celsius manchmal auch Angaben wie Cone. Ein Cone berücksichtigt nicht nur die Endtemperatur, sondern die Wärmebelastung aus Zeit und Temperatur. Deshalb sollten Cone-Angaben nicht einfach selbst umgerechnet werden. Die Herstellerangaben sind entscheidend.
Ton und Glasur: Die Reihenfolge entscheidet
Ton und Glasur müssen nicht zwingend bei genau derselben Temperatur gebrannt werden. Entscheidend sind die Eigenschaften der Materialien und die Reihenfolge der Arbeitsschritte.
Ein Beispiel: Ein Ton beginnt erst bei ungefähr 1.200 °C ausreichend zu sintern, eine Glasur darf aber nur bis 1.100 °C gebrannt werden. Dann kann der Ton zuerst unglasiert bis zu seiner benötigten Temperatur gebrannt werden. Danach wird die Glasur auf den bereits gebrannten Scherben aufgetragen und bei 1.100 °C gebrannt.
Das kann funktionieren, muss aber getestet werden. Ein dichter Scherben nimmt weniger Glasurwasser auf. Dadurch können sich die Haftung und das Aussehen der Glasur verändern.
Umgekehrt wird ein Ton nicht automatisch dicht, nur weil eine Glasur darauf gebrannt wurde. Wenn die Innenseite einer Tasse glasiert ist, der Ton außen aber noch nicht ausreichend gesintert wurde, kann die unglasierte Außenwand weiterhin Wasser und Schmutz aufnehmen. Deshalb sollte man vor dem Projekt überlegen, welche Bereiche glasiert werden sollen und ob der Ton bei der gewählten Temperatur selbst ausreichend dicht wird.
Auch Glasuren reagieren nicht alle gleich. Es gibt halbtransparente, matte, glänzende, stabile und laufende Glasuren. Glasuren mit Partikeln können je nach Temperatur heller oder dunkler erscheinen. Eine Glasur, die in einem Brennofen matt wirkt, kann bei einer anderen Temperatur oder in einem anderen Ofen glänzender werden.
Mit BOTZ und Mayco habe ich mit meiner Brennkurve gute Erfahrungen gemacht. Trotzdem passe ich die Einstellungen gelegentlich an den Ton, die Glasur und den Hersteller an. Besonders bei Mayco reagiert für mich jede Glasur anders. Das ist meine persönliche Erfahrung.
Trocknen und Brennplatten
Vor dem Schrühbrand muss die Keramik vollständig trocken sein. Besonders dickwandige Stücke und geschlossene Hohlräume sind kritisch. Hohle Formen brauchen eine ausreichend große Öffnung, damit Feuchtigkeit entweichen kann.
Beim Schrühbrand ist noch keine Glasur auf dem Werkstück. Wenn ein Rohling platzt, bleibt der Schaden meistens auf Scherben, Staub und eine verschmutzte Brennplatte begrenzt. Der Ofen muss danach trotzdem kontrolliert und gereinigt werden, weil Scherben im ungünstigen Fall auch Heizelemente beschädigen können.
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ein Rohling platzt
Beim Glasurbrand kann flüssige Glasur an der Brennplatte festkleben und im schlimmsten Fall auch an die Heizelemente gelangen. Deshalb muss der Boden jedes glasierten Stücks sauber und glasurfrei sein. Bei stark laufenden Glasuren können geeignete Stützen oder eine Auffangplatte sinnvoll sein. Trotzdem kann Glasur unter den Boden laufen und später abgeschliffen werden müssen.
Meine Brennplatten streiche ich dünn mit einem geeigneten Trennmittel ein. Wenn es die Produktangaben erlauben, kann dieses beim Schrühbrand mit eingebrannt werden. Dafür braucht es normalerweise keinen eigenen Brand nur für die Brennplatten. Glasurtropfen entferne ich nach dem Abkühlen vorsichtig.
Meine Brennkurve einfach erklärt
Ich habe verschiedene Brennkurven ausprobiert und daraus meine eigene Kurve entwickelt. Mit ihr erziele ich in meinem 3,4-kW-Elektrobrennofen regelmäßig gute Ergebnisse.
Schrühbrand – normale Kurve- 100 °C/h bis 650 °C
- danach 120 °C/h bis 950 °C
- 30 Minuten Haltezeit
Wenn ich nicht ganz sicher bin, ob ein Stück trocken genug ist:
- 50 °C/h bis 200 °C
- danach 100 °C/h bis 650 °C
- anschließend 120 °C/h bis 950 °C
- 30 Minuten Haltezeit
Das ersetzt kein gründliches Trocknen, gibt dem Werkstück aber mehr Zeit, Restfeuchtigkeit abzugeben. Paperclay brenne ich im Schrühbrand bis 1.100 °C. Die Angaben der jeweiligen Masse müssen dabei beachtet werden.
Glasurbrand / Glattbrand- 100 °C/h bis 300 °C
- danach 120 °C/h bis zur gewünschten Endtemperatur, zum Beispiel 1.100 °C oder 1.250 °C
- 30 Minuten Haltezeit
Statt 120 °C/h kann man je nach Ton und Glasur auch 130 bis 150 °C/h ausprobieren. Gerade dunkle Tone können noch spät ausgasen. Ein langsameres Aufheizen kann helfen, Nadelstiche oder Blasen in der Glasur zu verringern. Ob es funktioniert, zeigt nur ein Testbrand.
Ein einzelner Brand ohne GlasurWenn ein Stück nur einmal ohne Glasur gebrannt werden soll:
- 100 °C/h bis 650 °C
- danach 120 °C/h bis zur gewünschten Endtemperatur des Tons
- 30 Minuten Haltezeit
Soll das Stück später glasiert werden, folgt danach ein weiterer Glasurbrand. Ein echter Einbrand mit Glasur auf dem ungebrannten Werkstück ist anspruchsvoller, weil der Ton beim Aufheizen noch Feuchtigkeit und Gase abgibt, während die Glasur beginnt, die Oberfläche zu schließen.
Sinterung, Quarzumwandlung und Abkühlung
Bei der Sinterung verbinden sich die Bestandteile des Tons bei steigender Temperatur immer stärker. Die Poren werden kleiner und der Scherben wird dichter und fester. Die Sintertemperatur hängt von der Tonsorte ab. Wird ein Ton zu hoch gebrannt, kann er sich verformen oder sogar schmelzen.
Im Bereich des Quarzsprungs, ungefähr bei 573 °C, verändert Quarz seine Kristallstruktur. Dabei kommt es zu einer Volumenänderung. Deshalb sollte die Keramik diesen Bereich gleichmäßig durchlaufen und auch beim Abkühlen nicht zu schnell abgekühlt werden.
Die Haltezeit gehört ebenfalls zum Brand. Ich arbeite bei meiner Brennkurve mit mindestens 30 Minuten. Endtemperatur und Haltezeit müssen aber immer zur verwendeten Masse und Glasur passen.
Meine Brennkurve kannst du hier kostenlos als PDF herunterladen:
Sie ist eine persönliche Orientierung aus meiner Werkstatt und keine allgemeingültige Anleitung. Bitte beachte immer die Herstellerangaben und passe die Kurve an deinen Ton, deine Glasur und deinen Ofen an.
Wenn du Fragen zum Brennen hast, schreib mir gerne. Ich teile meine Erfahrungen gerne weiter – denn ich habe selbst einmal angefangen und mir dieses Wissen Schritt für Schritt erarbeitet.


